Bank-Konto-Checkliste
Was du brauchst, um ein Bankkonto in Deutschland zu eröffnen. Dokumente und Anforderungen pro Bank erklärt. Kostenlos und ohne Anmeldung.
Girokonto in Deutschland eröffnen — Was du wirklich brauchst
Ein Girokonto (laufendes Konto) ist in Deutschland unverzichtbar: Gehalt, Miete, Krankenversicherung, GEZ — fast alles läuft über Lastschrift oder Überweisung. Seit 2016 hast du als Person mit rechtmäßigem Aufenthalt in der EU ein gesetzliches Recht auf ein Basiskonto (§ 31 ZKG — Zahlungskontengesetz). Unsere Bank-Konto-Checkliste zeigt dir pro Bank, was du mitbringen musst.
Das Basiskonto (§§ 30–44 ZKG)
Das Basiskonto ist ein Jedermann-Konto: Jede Bank mit Zahlungskontengeschäft muss es anbieten. Es darf nicht abgelehnt werden, außer bei schwerer Straftat (Geldwäsche) oder wenn du bereits ein Konto bei einer anderen Bank hast.
- Berechtigte: Alle Personen mit rechtmäßigem Aufenthalt in der EU, einschließlich Asylsuchende und Geduldete (§ 31 Abs. 1 ZKG).
- Funktionen: Ein-/Auszahlungen, Überweisungen, Lastschriften, Kartenzahlung (Debitkarte). Kein Dispositionskredit.
- Kosten: Maximal „angemessenes Entgelt" — die BaFin überwacht die Preise. In der Praxis 3–9 €/Monat.
- Ablehnung: Muss schriftlich begründet werden. Beschwerde bei BaFin oder Verbraucherzentrale möglich.
Dokumente für die Kontoeröffnung
- Identitätsnachweis: Reisepass oder Personalausweis. Bei Asylsuchenden: Ankunftsnachweis (§ 63a AsylG) + BÜMA oder Aufenthaltsgestattung.
- Meldebescheinigung: Anmeldebestätigung vom Einwohnermeldeamt (max. 3 Monate alt). Einige Banken akzeptieren auch den Mietvertrag.
- Steuer-ID: Die 11-stellige Steueridentifikationsnummer wird automatisch nach Anmeldung zugeschickt (2–4 Wochen). Nicht zwingend bei Kontoeröffnung erforderlich.
- Aufenthaltstitel: Kopie der Aufenthaltserlaubnis, Blue Card oder Niederlassungserlaubnis.
Banktypen in Deutschland
- Sparkassen: Öffentlich-rechtlich, flächendeckend. Kontoeröffnung nur in der Filiale. Ideal für Personen ohne feste Adresse (kommunale Pflicht).
- Volksbanken/Raiffeisenbanken: Genossenschaftlich. Ähnlich wie Sparkassen, teilweise Genossenschaftsanteil (5–50 €).
- Großbanken (Deutsche Bank, Commerzbank, HypoVereinsbank):Filialen in Großstädten. Englischsprachiger Service oft verfügbar.
- Direktbanken (ING, DKB, N26, Comdirect):Nur online. Kontoeröffnung per Video-Ident (Reisepass nötig). Oft kostenlos, aber strenge Identitätsprüfung.
- Smartphone-Banken (N26, Vivid, Tomorrow):App-basiert. Schnelle Eröffnung, aber eingeschränkte Akzeptanz bei Behörden-Lastschriften.
Häufige Probleme und Lösungen
- Ablehnung wegen fehlender Meldebescheinigung → Basiskonto nach § 31 ZKG einfordern
- Video-Ident funktioniert nicht mit deinem Dokument → Filialbesuch oder PostIdent
- SCHUFA-Abfrage negativ → Basiskonto ist SCHUFA-unabhängig
- Bank verlangt Mindestgeldeingang → Beim Basiskonto nicht zulässig
Was unsere Checkliste bietet
- Dokumenten-Checkliste pro Bank (Sparkasse, Volksbank, Direktbank etc.)
- Vergleich: Kosten, Funktionen, Sprachen
- Spezialhinweise für Geflüchtete und Geduldete
- IBAN-Erklärung und SEPA-Grundlagen